BSV Brockenscheidt-Leveringhausen 1962 e.V.

Tradition schlägt jeden Trend

Waltrop Historisch


Die Stadt liegt zwischen dem Ruhrgebiet und dem ländlichen Münsterland. Geografisch liegt Waltrop in Westfalen, nordwestlich von Dortmund zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal im Südwesten, der Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal im Norden.

Waltrop entstand etwa vier Kilometer südlich der Lippe am östlichen Rand des Kreises Recklinghausen und ist mit dessen Geschichte aufs engste verbunden. Für rund 700 Jahre bis 1803 gehörte das einstige „Vest Recklinghausen“ politisch zum Herrschaftsbereich der Kölner Erzbischöfe. Die exponierte Randlage an der Grenze dreier Länder – Fürstbistum Münster, Grafschaft Mark, Reichsstadt bzw. Grafschaft Dortmund – innerhalb der kölnischen Enklave Vest Recklinghausen führte in Waltrop immer wieder zu Kämpfen und Zerstörungen bei den zahlreichen Territorialfehden.

1815 kam das Vest als Teil der Preußischen Provinz Westfalen zum Königreich Preußen. Aus dem alten Vest wurde zusammen mit der bis dahin fürstbischöflich-münsterschen Herrlichkeit Lembeck 1816 der neue Landkreis Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster gebildet. Die kirchliche Zugehörigkeit des Vestes ging 1821 auf das Bistum Münster über.

Der Ort Waltrop zeigt ein für Ruhrgebietsverhältnisse ungewöhnlich geschlossenes Siedlungsbild. Die bebaute Fläche mit der historischen Innenstadt im Kern um die katholische Hauptkirche St. Peter liegt als Einheit in der Mitte des Gemeindegebietes, rings umgeben von den übrigen agrarisch geprägten sechs Bauerschaften. Diese Grundstruktur findet sich im Prinzip bereits zu Beginn des zweiten Jahrtausends, als sich um die Petruskirche ein Ort herauszubilden begann.

Der Ortsname „Waltrop“ bzw. „Waldorp“ taucht allerdings erstmals 1147 in einer Urkunde des Papstes Eugen III. auf, in welcher Schenkungen an die Abtei (Köln)Deutz bestätigt werden. 1234 ist in Waltrop ein Freistuhl erwähnt. 1428 wird der Ort als „Freiheit“ bezeichnet und damit deutlicher aus dem bäuerlichen Umfeld herausgehoben. Das Kirchdorf ist Krämer- und Handwerkersiedlung, seit 1596 ausgestattet mit dem Recht auf zwei Jahrmärkte im Mai und September, die sich zu bedeutenden Viehmärkten entwickelten.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein blieb die Landwirtschaft absolut dominierend. Im 19. Jahrhundert gewannen dann Ziegeleien größere Bedeutung, ebenso Holzhandel und Holzverarbeitung, insbesondere als Zulieferer für den im Kernruhrgebiet expandierenden Zahlen & Fakten Bergbau. Den Status einer Minderstadt konnte Waltrop aber offenbar nicht überschreiten bzw. behalten, zählte jedoch zu den relativ großen Dörfern. 1817 lag die Einwohnerzahl bei 2.543, 1840 bei 2.966, 1864 bei 3.339, 1892 bei 3.682 und 1900 bei 4.137.

Um 1900 erfuhr Waltrop einen Wachstumsschub, zunächst durch den Bau des 1899 eröffneten Dortmund-Ems-Kanals und die im gleichen Zeitraum angelegten und für großflächigen Gemüseanbau genutzten Rieselfelder im Norden, in erster Linie aber auf Grund der ab 1903 abgeteuften Zeche Waltrop. Bis zu ihrer Schließung im Sommer 1979 war die Zeche der mit Abstand größte Arbeitgeber am Ort. Das Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Gemeinden Waltrop, Horneburg und Henrichenburg gebildete Amt Waltrop bestand bis zum 31.12.1974. Horneburg kam zu Datteln, Henrichenburg zu Castrop-Rauxel, Waltrop blieb kreisangehörige Stadt im neu gebildeten Kreis Recklinghausen. (Quelle: Stadt Waltrop)